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SIA Masterpreis Architektur – drei Fragen an die Jury: Heute mit Anne Kaestle, Architektin, Zürich
SIA Masterpreis Architektur – drei Fragen an die Jury: Heute mit Anne Kaestle, Architektin, Zürich
Interview: Tina Cieslik, Head of Content, espazium.ch | Joël Amstutz, Praktikant
Der SIA Masterpreis Architektur geht in die dritte Runde. Die Ausgaben 2022 und 2023 haben einen spannenden Einblick in die hiesige Architekturausbildung geboten. Einen wichtigen Anteil daran haben die jeweiligen Jurymitglieder. Wir haben sie zu ihrem Engagement befragt.
Warum braucht es den SIA Masterpreis Architektur?
Wie in der Praxis die Wettbewerbskultur, so erlaubt auch der SIA Masterpreis einen direkten Vergleich der Abschlussarbeiten über die Grenzen der einzelnen Hochschulen hinaus. Wenn damit die gegenseitige Aufmerksamkeit untereinander bestärkt wird, und ausserdem Architektinnen und Architekten aus der Praxis Einblick bekommen, welche Themen an den Hochschulen behandelt werden, wenn die ältere Generation der jüngeren zuhören darf, wenn aus allen Ecken des Landes Studierende ihre Arbeiten zusammentragen, dann ist das auf allen Ebenen verbindend und fördert den Austausch von Lehre, Forschung und Praxis.
Was reizt Sie an der Aufgabe, als Jurymitglied an diesem Preis mitzuwirken?
Ich denke immer, dass jeder Laie überrascht sein muss über die Kompetenzen, die die jungen Architektinnen und Architekten aus dem Studium mitbringen – über die Fähigkeit, in Konzepten zu denken und gleichzeitig ins Detail abzutauchen, sich systematisch an unbekannte Aufgabengebiete heranzutasten, fachübergreifend Problemstellungen zu analysieren und im interdisziplinären Austausch Lösungsstrategien zu entwickeln, zu testen, zu verwerfen und wieder neu zu denken. Und über die Fähigkeit, all die gewonnen Erkenntnisse dann auch noch zu einem Ganzen zusammenzufügen und adäquat in Form und Raum zu giessen.
Das verdient Anerkennung! Der SIA Masterpreis bietet eine gute Plattform, um die Stärken unserer Disziplin sichtbar zu machen und ganz nebenbei die Vielfalt an Themen zu zeigen, zu der Architektur etwas zu sagen hat.
Auf was freuen Sie sich?
Ich freue mich darauf, in den einzelnen Arbeiten die Haltung einer jungen Generation herauslesen zu dürfen, bei der ich einen neuen Realitätssinn zu spüren glaube, was sicher auch mit dem Gewicht der grossen Zukunftsfragen unserer Zeit zu tun hat. Bei all der Schwere hoffe ich, dass dabei trotzdem auch Spielfreude, Leichtigkeit und viel Mut zum Träumen da ist. Vielleicht sogar Poesie oder eine gute Portion Humor.
Denn all das hilft auf dem Weg in diese ungewisse Welt. Ich freue mich gleichzeitig darauf zu sehen, wie unterschiedlich die Fragestellungen in der aktuellen akademischen Landschaft formuliert sind. Ich vermute ähnliche Schwerpunkte und doch ganz unterschiedliche methodische Ansätze, und freue mich auf diese Vielfalt, die möglicherweise trotzdem gemeinsame Tendenzen vereint.
Weitere Infos
sia-masterpreis.ch
E-Dossier Masterpreis Architektur auf espazium.ch