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Wenn Glacestäbchen ein halbe Tonne tragen …

Publiziert 15. März 2022

Wenn Glacestäbchen ein halbe Tonne tragen …

32 Teams mit 74 Lernenden und Studierenden FH aus allen drei Landesteilen präsentierten am 2. Nationalen Brückenbau-Wettbewerb des Schweizerischen Verbands der Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS) im Kongresshaus in Biel ihre Konstruktionen. Die Studierenden und Lernenden der Berufe Zeichner/in und Zimmerleute durften für ihre Brückenmodelle ausschliesslich Glacestäbchen und Leim verwenden. Höhepunkt war der Bruchtest auf dem Prüfstand, mit dem die effektivste Brücke gekürt wurde. Den Titel bei den Lernenden sicherte sich das Team von der Firma Häring AG aus Eiken (AG). Ihre 634 Gramm leichte Konstruktion trug eine Last von 251 Kilogramm. Bei den Studierenden siegte das Team der ZHAW, deren Brücke 438 kg aushielt.

Eine Schachtel Glacestäbchen, eine Tube Leim sowie Kreativität und Intuition: Mehr brauchte es nicht, um am nationalen Brückenbau-Wettbewerb der Schweiz teilzunehmen. Dementsprechend gross war das Interesse der Berufsschulen aus den drei Sprachregionen. Die 58 teilnehmenden Lernenden der Berufe Zeichner/in aus den Fachrichtungen Ingenieurbau, Geomatik, Architektur, Landschaftsarchitektur oder Raumplanung sowie Zimmerleute konstruierten ihre Brückenmodelle in ihrer Freizeit und investierten dafür bis zu 100 Stunden. Erstmals in einer eigenen Kategorie dabei waren auch acht Teams mit 16 Studierenden FH. Den Brückenbau-Wettbewerb organisiert der VSS zusammen mit dem Ingenieurbüro AJS und in Partnerschaft mit der Berner Fachhochschule.

Die Präsentation der Brückenmodelle im Kongresshaus in Biel zeigte die ganze Bandbreite der Kreativität der Lernenden und Studierenden: Von elegant und leicht bis massiv und schwer, inspiriert von klassischen Formen oder einfach der freien Fantasie entsprungen, minutiös bis ins letzte Detail ausgearbeitet oder eher improvisiert. Auch Jean-Marc Jeanneret, Präsident des organisierenden Verbands der Schweizer Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS), freute sich über die riesige Vielfalt der präsentierten Modelle. Für ihn hat dieser Wettbewerb, der in vielen Ländern schon seit Jahren etabliert ist, gerade im digitalen Zeitalter noch einen weiteren, nicht zu unterschätzenden Effekt: «Beim ‹händischen› Zusammenbauen begreift man die Konstruktion im wahrsten Sinne des Wortes. Schwachstellen werden konkreter bewusst, als bei der statischen Berechnung oder beim 3D-Modell am Computer. So erlangen Lernende spielerisch viele Erkenntnisse, die sie sich sonst oft mühevoll aneignen müssen. Deshalb ist dieser Wettbewerb auch ein guter Einstieg ins Berufsleben.»

Höhepunkt der Veranstaltung war der Belastbarkeitstest, mit dem die effektivste Brücke gekürt wurde. Erst knisternd, dann krachend und mit viel Beifall der Zuschauer brechen die Brückenmodelle auf dem Prüfstand. Die Effektivität der Brücke wird dabei nach der erreichten Tragfähigkeit in Relation zum Eigengewicht bewertet. Diese Bewertungsformel belohnt jene, die mit einem Minimum an Materialverbrauch zur effizientesten Lösung kommen – ganz im Sinne einer ressourceneffizienten Wirtschaft.

Am besten gelöst haben diese Aufgabe bei den Lernenden die Zimmerleute der Firma Häring AG aus Eiken (AG). Ihre nur 634 Gramm schwere Brücke trug eine Last von 251 kg, womit sich das Team den Siegerscheck in der Höhe von 1000 Franken sicherte. Den Spezialpreis «Maximallast» für das Modell mit der grössten Tragkraft holte das Team vom Berufsbildungszentrum Bau und Gewerbe. Ihre Brücke brach erst unter der Last von 448 kg. Bei den Studierenden sicherte sich das Team der ZHAW den Sieg mit einer 650 Gramm leichten Brücke. Sie trug eine Last von 438 kg. Der Spezialpreis für die Maximallast ging mit 507 kg an den Masterstudenten (HES-SO) Diego Florez. (Text: Medienmitteilung)

 

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