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ETH Zürich lanciert «Future Cities Lab Global»

Publiziert 10. Februar 2021

Im Rahmen eines fünfjährigen Forschungsabkommens der ETH Zürich mit drei Hochschulen in Singapur entwickeln Forschende Lösungen für ein nachhaltiges Wachstum von Städten und deren Hinterland.

Bis 2050 werden zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben, sagt ein Bericht der Vereinten Nationen. Das rasante Wachstum und die damit verbundene Ausweitung der Stadtgebiete, der Umweltverschmutzung und der Ressourcennutzung stellen das Hinterland vor grosse Herausforderungen und gefährden die Städte selbst. Vor diesem Hintergrund haben die ETH Zürich und drei Hochschulen Singapurs – die National University of Singapore (NUS), die Nanyang Technological University (NTU) und die Singapore University of Technology and Design (SUTD) – unter dem Namen Future Cities Lab Global (FCL Global) ein internationales, transdisziplinäres Forschungsprogramm ins Leben gerufen.

Das FCL Global baut auf das inzwischen abgeschlossene SEC-Programm Future Cities Laboratory (FCL) auf, wie die ETH Zürich in einer Mitteilung schreibt. In den letzten zehn Jahren hat sich das Forschungsprojekt in Singapur mit verschiedenen Aspekten der nachhaltigen städtischen Entwicklung auseinandergesetzt. Im Zentrum standen das Verhältnis von Mensch zu Ökosystemen und die Rolle der Städteplanung bei der nachhaltigen und lebenswerten Gestaltung von Städten.

Mit der Neuauflage FCL Global soll das Kooperationsmodell nun auch auf die Schweiz ausgeweitet und zwischen beiden Ländern ein Wissenskreislauf geschaffen werden. «Das Programm ist ein Brückenschlag. Wir haben nun zwei Hubs in unterschiedlichen Klimazonen, die zu ähnlichen Fragen forschen und ihr Wissen sowie praxisorientierte Methoden für nachhaltige Städteentwicklungsstrategien austauschen», so Sacha Menz, ETH-Architekturprofessor und Co-Direktor des Programms.

Das FCL Global befasst sich mit den grossen globalen Herausforderungen der zunehmenden Verstädterung durch die Ausdehnung bestehender und der Entstehung neuer Städte angesichts des rapiden Bevölkerungswachstums. Das Forschungsprogramm soll das Verhältnis von Stadt und Land eingehender erforschen und nachhaltiger gestalten. Zahlreiche Projekte sind in Planung. Konkret arbeiten die Forschenden derzeit an acht Projekten, die sich mit den folgenden Themen befassen:

  • verdichtete grüne Bauten und Quartiere
  • neue Technologien für das Recycling von Baumaterial
  • Bauweisen mit nachwachsenden Baustoffen, zum Beispiel Verbundmaterialien aus dem Wurzelnetzwerk von Pilzen
  • Lösungen für belastete und hochwassergefährdete Städte und umliegende Regionen
  • Lösungen für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion in Städten und ihrem Umland